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Freilichtmuseum Hohenfelden – der Dorfladen und die alte Schule

In den kleinen thüringischen Dörfern gab es bis Mitte des 19. Jahrhunderts kleine Dorfläden. Diese „Kramläden“ wurden von der Frau des Hauses geführt. Da gab es alles zu kaufen: Lebensmittel und Waren aller Art – Kurzwaren, Haushaltswaren, Stoffe, Arbeitsgeräte usw.
Ende des 19. Jahrhunderts kamen Kaffee, Zucker, Schokolade, Tee, Reis hinzu – die sogenannten Kolonialwaren aus Übersee. Bis dahin konnte sich nur eine kleine Oberschicht diese exotischen und teuren Waren leisten.

Die meisten Waren verkaufte der Dorfladen als lose Waren. Z. B. wurden Zucker und Nudeln vor Ort in Spitztüten abgepackt und für Öl und Essig brachten die Kunden die Gefäße selbst mit. Fertigpackungen gab es erst nur für Backpulver, Vanillezucker oder Waschmittel.

Die alte Schule in Hohenfelden stammt aus dem Jahr 1811. Ein historisches Klassenzimmer, samt Mobiliar und Bollerofen ist für die Besucher geöffnet. Neben der schwarzen Tafel steht eine Leiter für die kleineren Schüler 🙂

Schon zu dieser Zeit galten Kinder zwischen 6 und 14 Jahren als schulpflichtig. Das war aber schwer durchzusetzen, da vor allem die größeren Kinder als unentbehrliche Helfer auf den elterlichen Bauernhöfen waren. Deshalb gab es auch die längsten Ferien in der sommerlichen Erntezeit.

Bis nach dem 2. Weltkrieg lernten alle Kinder in einem Raum zusammen. Erst nach dem Jahr 1946 wurden die Schüler in zwei Klassen getrennt unterrichtet.


Die Dorfschule hatte einen Keller, in dem der Lehrer Kartoffeln, Kraut, Möhren aber auch selbstgebrautes Bier in Fässern lagerte.
Den kleinen Schülern erzählte man, das in diesem Keller auf einem Wunderbaum Zuckertüten wüchsen. Man darf sie aber nicht sehen, und sie würden von einem bissigen Esel bewacht.
Ich kann mir vorstellen, was für ein Magnet dieser Keller für die Kinder war! 🙂
Der erste Teil der Erzählung – über die Schäferausstellung im Freilichtmuseum Hohenfelden ist hier.

 

 

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