Tannenzapfen bei „Kaffee mit Radieschen“

Auf ein gutes Treffen mit Svetlana Kamps

Grüß dich und auf ein gutes Treffen! – dieser einfache Gruß auf Bulgarisch war bei meinen Urahnen im täglichen Gebrauch und ist mein Lieblingsgruß, weil er die Kraft einer Segnung und die Freude im Umgang mit Menschen in sich trägt. „Vergelt’s Gott! war die übliche Antwort und danach schwätzten die Leut miteinander, teilten Freud und Leid – wohlwollend und aus tiefster Seele. Da wo sie konnten, halfen sie sich – mal mit Zuhören und Rat geben, mal mit Taten.

Mit diesem Gruß heiße ich auch dich auf meiner Seite willkommen: „Grüß dich und auf ein gutes Treffen!“ Ich heiße Svetlana Kamps, lebe in München seit ich 20 bin, geboren vor einiger Zeit in Varna/ Bulgarien :))

Meinen Berufen nach bin ich beeidigte Übersetzerin und Filzerin. Meiner Seele nach bin ich ein Mensch des Ehrenamts, der sich gern für gute Sachen und Ideen einbringt, Feste und Kunstwerkstätten für Groß und Klein mit Vorliebe organisiert. Die Filzworkshops für Kinder und Erwachsene, die Kindergeburtstage, die Wollkurse für Winzlinge in den Grundschulen erfüllen mich mit Energie, das Glück schwappt mir aus der Seele über.

In allem unentwegt an meiner Seite ist meine Familie, mein Mann Stefan und unsere drei Kinder Maximilian, Malena und Alexander. Unseren kleinen Hund nicht zu vergessen, Milinko, der mir immer mit menschlicher Ruhe zuhört.

Meine Arbeit für die bulgarische Gemeinschaft im Ausland fing im Jahr 2008 an, als ich mich an das beherzte Vorhaben anschloss die Bulgarische Schule in München „Paisii Hilendarski“ zu gründen. Zu den guten Herzen auf diesem Wege habe ich auch meines hinzufügt 

– für das Gründen der Kleinkindergruppe Bantaloncho;

– für die Theatergruppe „Vom Spiel bis zum Auftritt“;

– für die Öffentlichkeitsarbeit der Schule;

– für die administrative Leitung der Schule

– für die Initiierierung, Organisation und Bekanntmachen der Wohltätigkeitsinitiative „Weihnachten im Schuhkarton“ im Jahr 2010, die mit der Unterstützung der Bulgarischen Orthodoxen Kirche in München alljährlich bis heute Kinder und Erwachsene in Bulgarien mit persönlichen Geschenken und persönlicher Ansprache eine Freude bereitet; Spendeinitiativen und Geldunterstützung für Untersuchungen und Behandlungen von kranken Kindern; Mittel für die Durchführung von Veranstaltungen für benachteiligte Kinder und Erwachsene (Weihnachtsessen, Mithilfe beim Ausstatten von Spielzimmern, Festival der Freude u. a.)

– für das Organisieren von Festen für die Kinder, die die bulgarische Schule in München besuchen und für bulgarische Kinder in der Stadt – bunte Faschingsfeste, Treffen mit prägenden Persönlichkeiten aus Bulgarien, die die bulgarischen Kinder, gerade die kürzlich angekommenen, inspirieren und darin bestätigen, ihre gesprochenen Sprachen als gleichwertig anzusehen und mit Selbstverständlichkeit   ihren Schulkameraden zu sagen „Meine Muttersprache ist Bulgarisch. Ich spreche zwei Sprachen.“

So sind sechs Jahre voller Glück und bulgarische Schule vergangen, in denen unsere drei Kinder unter neuen Menschen und Ideen aufwuchsen und in denen das Auto immer voll war mit Requisiten für Schulfeste und -theater, Weihnachtspaketen.

Es war eine Zeit mit vielen Veranstaltungen, Klassenbüchern und Mietschulräumen (um auch den trockeneren Teil der Erinnerungen zu erwähnen).

Für diese Zeit bin ich dankbar und auch für die unglaublich vielen freundschaftlichen Kontakte und die gegenseitige Hilfe. Persönliche Bekantschaften, Telefon- und Emailkontakte, viele liebe Worte, liebe Menschen, und ihre Kinder, die an unsere Schule teilnahmen. Eine warme Gründungszeit, die mir unvergesslich bleibt.

Im Oktober 2014 wurde meine Tätigkeit für die Schule von lieben Kollegen übernommen und mein großes Kind fragte mich plötzlich: „Mama, worauf kann ich als bulgarisches Kind stolz sein?“ Ich antwortete: „Lass uns Menschen kennenlernen, die Kinder in deinem Alter in Bulgarien unbedingt kennen. Lass uns die zu uns einladen“.

So entstanden „Märchen und Kakao“ – unsere märchenhafte Treffen für bulgarische Familien in München und Umland.

Sieben erträumte „Märchen und Kakao“-Veranstaltungen mit Schriftstellern, Poeten, begabten Handwerkern und Musikern mit goldenen Händen kamen zustande. Plus Kakao, hausgemachte Buffets für die Kleinen, mit begleitenden Filzworkshops, Büchertausch von bulgarischen Büchern. Es blieben schöne Erinnerungen für die ganze Familie.

Eigens für „Märchen und Kakao“ bereiteten die Kinder aus meiner Theater- und Filzgruppen die Bühnendekors, traten mit kleinen Theaterstücken auf, stellten den Gast aus Bulgarien vor und luden ihn auf die Bühne ein – eine richtige festtechnisch und organisatorisch begabte Kindermannschaft am Werk.

Und die Puppen aus Wolle, die ich in meiner Filzwerkstatt erschaffe, machten sich in den „Pausen“ zwischen den Märchenfesten zu den Kindern in den bulgarischen Schulen in der Stadt auf. Mit der kleinen Bühne und jeder Menge Wolle lief ich ihnen hinterher – damit die Kinder das Märchen, das ich erzähle auch „anfassen können“.

In gemeinschaftlicher Arbeit mit dem Verein für gegenseitige Unterstützung „Edinstvo“ erschufen wir unsere bezaubernde Legende über das Märzchen. Sie wurde  mit eigens dafür gefertigten wollenen Puppen für das deutsche Publikum erzählt und gefilmt. 

Meine Fortbildung als zertifizierte Filzgestallterin an der Filzschule Oberrot ist mir auch eine Herzensangelegenheit, eine wollige Herausforderung, die es mit Freude zu meistern gilt. Mal wasche ich die Vliese interessanter Schafe, verspinne ihre flaumige Wolle, färbe sie mit den Gaben der Natur, mal filze und kleide ich mich  in zauberleichter Kleidung aus usbekischer Seide, schwebe auf toll bemusterten Teppichen aus Kopriwschtiza, die ich davor mit aller Kraft Tag und Nacht gefilzt habe (Kopriwschtiza ist eine kleine Stadt in Bulgarien, die für seine alten Filzteppichen und sein Handwerk bekannt ist)

Und ich erzähle unermüdlich Geschichten. Einen Erdenbürger mit Wohnsitz in zwei Ländern zu sein ist interessant. Ich liebe es Spannendes, Außergewöhliches, Gemütserwärmendes, was mich auf meinen Wegen trifft, zu erzählen und zu fotografieren.
Dafür bin ich gern unterwegs – zu den Ziegen und Schafen, auf Blumenfesten, zu den Märchenhäusern der Buchhelden von Astrid Lindgren in Schweden, zu den Bioplantagen in Gomera, auf denen üppig Mangos und Avocados wachsen, in den Bergdörfern Bulgariens … Darüber erzähle ich in meinem Blog: www.dobrasreshta.de

Yuppie , jetzt habe ich all die wesentlichen Beweise dafür niedergeschrieben, dafür dass mein Leben ein Geschenk und eine festliche Absicht ist!

Grüß dich und auf ein gutes und Freude bringendes Treffen!

Svetlana Kamps

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